Förder-Lotse

Fördermittelhandbuch

und Fördermittelführer 2011

für gemeinnützige Projekte und Organisationen

Das Lösungspaket mit Insider-Tipps

Zusammengestellt von Torsten Schmotz

Leseproben

Handbuch Fördermittel

Fördermittelführer 2011

Leseprobe 1: Ein Fördermittelhandbuch für Praktiker

Praktiker sind Sie vom ersten Förderantrag an – egal, wie viel Erfahrung Sie mitbringen. Von diesem Handbuch können Sie sich auf dem Weg durch den Förderdschungel an die Hand nehmen lassen. Nach einem ersten Überblick gehen wir gemeinsam Schritt für Schritt durch alle notwendigen Prozesse – von der Projektkonzeption bis zur Schlussabrechnung. Für den Fördermittelexperten ist das Handbuch ein umfassendes Nachschlagewerk zu allen praxisrelevanten Fragen.

Sie möchten ein gemeinnütziges Projekt verwirklichen. Es soll einen wertvollen Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Zusammenleben leisten. Aber Sie können es nur dann umsetzten, wenn Sie die nötigen Mittel beschaffen. Die Finanzierung ist eine der größten Hürden für Non-Profit-Aktivitäten.

Mit diesem Handbuch vermittele ich Ihnen das notwendige Know-how, mit dem Sie bei überschaubarem Aufwand Fördermittel für die gemeinnützigen Aktivitäten ihrer Organisation gewinnen können. Mein Ziel ist es, dass Sie dies nicht nur einmal tun, sondern ich möchte Sie dazu befähigen, Fördermittel als festen Bestandteil in der Finanzierung Ihrer Organisation zu etablieren.

Vom Stil her hebt sich das Handbuch bewusst von den bekannten nüchternen Sachbüchern über Finanzierungsfragen ab. Im Förderalltag müssen Sie sich schon genug mit trockenen Ausschreibungstexten und dem Kleingedruckten der Vergaberichtlinien auseinandersetzen. Ganz bewusst beschreibe ich das Thema aus lockerer und erfrischender Perspektive und reichere es mit vielen persönlichen Erfahrungen an.

Viele glauben, die Gewinnung von Fördermitteln sei nur etwas für hoch spezialisierte Experten mit Insiderwissen (oder „geheimnisvolles Hexenwerk“) und die Beantragung und Abwicklung solcher Projekte sei vor allem ein langwieriger und langweiliger bürokratischer Prozess. Seien Sie versichert: Ich würde diese Arbeit nicht machen, wenn man dabei nicht viel Spaß, Bestätigung und Freude finden könnte. Ich möchte Ihnen zeigen, dass Sie sich Schritt für Schritt das notwendige Fachwissen aneignen können.

Meine eigenen ersten Schritte in der Fördermittelakquise waren eher ein „Learning by Doing“: Vor 15 Jahren organisierte ich mit einer Gruppe von Kommilitonen eine internationale Begegnungswoche. Wir hatten ein spannendes Programm ausgearbeitet und erwarteten Teilnehmer aus der ganzen Welt, insbesondere aus dem gerade geöffneten Mittel- und Osteuropa. Klar war, dass wir für viele unserer Gäste den teuren Aufenthalt in Deutschland irgendwie finanzieren mussten. Also machten wir uns auf die Suche nach lokalen Spendern und Sponsoren. Eher zufällig erfuhren wir, dass es auch viele Stiftungen gibt, die Völkerverständigung fördern und dazu Begegnungen von jungen Menschen unterstützen. Ich erinnere mich gut daran, wie wir in mühevoller Nachtarbeit nach den Vorlesungen das Antragsformular ausgefüllt und den Budgetplan zusammengestellt haben. Die Mühe lohnte sich tatsächlich und die Marion Dönhoff Stiftung unterstützte unser Vorhaben mit mehreren tausend Mark. Die internationale Studentenwoche mit 40 Gaststudenten wurde ein unvergessliches Erlebnis.

Seit mehreren Jahren ist nun die gezielte Gewinnung von Fördermitteln für gemeinnützige Aktivitäten und Projekte mein beruflicher Schwerpunkt. In meinen Seminaren und Beratungsprojekten stelle ich oft fest, dass gerade Einsteiger die Förderlandschaft als einen unüberschaubaren Dschungel erleben.

Andererseits haben bereits zahlreiche Non-Profit-Organisationen das große Potenzial des Fördermittelangebots für sich erkannt. Sie haben eigene Stellen geschaffen oder arbeiten mit externen Experten zusammen, die sich hauptberuflich um die Fördermittelakquise kümmern. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Projektkonzeption den Anforderungen potenzieller Geldgeber gerecht werden muss. Passende Förderquellen zu finden, überzeugende Anträge zu schreiben und schlüssige Budgetpläne zusammenzustellen, erfordern eine professionelle Vorgehensweise.

Welche gemeinnützigen Bereiche werden berücksichtigt?

Grundsätzlich decke ich alle Arbeitsschwerpunkte von gemeinnützigen Organisationen und Initiativen ab:

  • Bildung und Qualifizierung – von der vorschulischen Betreuung über die schulische und universitäre Ausbildung bis hin zur Berufs- und Erwachsenenbildung
  • Projekte und Initiativen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Hilfe für Menschen mit Behinderung oder sozialer oder gesundheitlicher Benachteiligung
  • Altenhilfe und Gesundheitsdienstleistungen
  • Kunst und Kultur – z. B. Jugendkulturprojekte, kulturelle Bildung und soziokulturelle Projekte
  • Natur-, Umwelt- und Klimaschutz
  • Internationale Zusammenarbeit – z. B. Praktika, Hospitationen, Partnerschaftsprojekte und Bildungsangebote
  • Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt

Die fünf systematischen Schritte der Fördermittelakquise

Manche Organisationen kommen durch glückliche Zufälle zu Fördermitteln: Während der Projektkonzeption liest man zufällig von einer genau passenden Fördermittelausschreibung, auf die man sich auch gleich bewerben kann. Wenn man Fördermittel zu einem festen Bestandteil in seinem Finanzierungmix machen möchte, muss man systematischer vorgehen.

Aus meiner Erfahrung ist die Fördermittelakquise ein stufenweiser Prozess in fünf logischen Schritten:

  • Schritt: Konzeption der Maßnahme mit Ausarbeitung und Festlegung der inhaltlichen, organisatorischen, personellen, finanziellen und zeitlichen Rahmenbedingungen
  • Schritt: Recherche von passenden Förderquellen und Ausschrei­bun­gen sowie Analyse der jeweiligen Bedingungen
  • Schritt: Ausarbeitung der inhaltlichen Beschreibung und der Finanzierung im Förderantrag
  • Schritt: Entscheidung der Stiftung über die Förderung – und Entscheidung des Antragstellers über die Annahme der Mittel: Vertragsabschluss
  • Schritt: Umsetzung der Maßnahme, Abschlussbericht und Endabrechnung

Die 5 Schritte zur Fördermittelakquise

Wie Sie das Handbuch am besten nutzen können

Dieses Handbuch ist nach den genannten fünf Schritten gegliedert. Neulingen in der Materie empfehle ich, die Kapitel vollständig durchzuarbeiten. Wenn Sie dabei bereits ein konkretes Projekt verfolgen, sollten Sie danach einen vollständigen Antrag vorliegen haben. Für jeden Schritt gibt es zahlreiche Praxisbeispiele und Checklisten, damit Sie keine wichtigen Punkte übersehen.

Benötigen Sie gezielt Informationen z. B. zu den Recherchemöglichkeiten von Förderprogrammen im Internet, zur Berücksichtigung von Eigenleistungen im Budgetplan oder zur Darstellung von Nachhaltigkeitsaspekten im Förderantrag, dann können Sie die passenden Antworten schnell in den entsprechenden Abschnitten finden. Nutzen Sie dazu das ausführliche Inhaltsverzeichnis und das Schlagwortregister.

So ist das Handbuch aufgebaut

Teil 1:     Am Anfang steht die Idee – das Projektkonzept (erster Schritt)

Nach einem kurzen Einstieg in die grundlegenden Rahmenbedingungen einer Förderung müssen wir als ersten Schritt die Ausgangslage analysieren. Potenzielle Förderer verlangen einen saubere Bedarfsanalyse, eine klare Definition der Zielgruppen und eine überzeugende Zielformulierung. Ebenso wichtig ist die Darstellung der eigenen Organisation als kompetenter und vertrauenswürdiger Partner.

Teil 2:     Der Heuhaufen und die Nadel – zielorientierte Suche auf dem Markt der Möglichkeiten (zweiter Schritt)

Die Suche beginnt in der eigenen Organisation und im bestehenden Netzwerk. Viele Non-Profit-Organisationen wissen gar nicht, welche wertvollen Beziehungen sie bereits zu Förderinstitutionen haben. Bei der weiteren Suche müssen wir uns einen Überblick über die weite Förderlandschaft verschaffen – von der öffentlichen Hand über die Stiftungen und Förderfonds bis zu den Soziallotterien. Nicht selten ist die Recherche nach passenden Zuschussquellen sehr aufwendig. Zahlreiche Datenbanken, Portale und Verzeichnisse können die Suche deutlich erleichtern. Ich zeige Ihnen, welche Tools am hilfreichsten sind und mit welchen Selektionskriterien Sie am schnellsten ans Ziel kommen.  

Teil 3:     Die eigene Idee gezielt verkaufen – derAntrag (dritter Schritt)

Wussten Sie, dass im Durchschnitt nur 50 bis 75 Prozent aller Förderanträge inhaltlich geprüft werden? Das liegt daran, dass viele Antragsteller bestimmte Mindeststandards nicht einhalten. Ich führe Sie sicher durch das Gestrüpp der Formalien, Vorgaben und Kriterien – insbesondere beim Budgetplan.

Teil 4:     Der Moment der Entscheidung und die Umsetzung (vierter und fünfter Schritt)

Zu einer Entscheidung gehören zwei: Die Förderinstitution entscheidet, ob sie Ihr Projekt fördern möchte, oder nicht. Absagen gehören zum Alltag auch erfahrener Fördermittelakquisiteure. Wenn Sie eine Zusage erhalten, müssen Sie entscheiden, ob Sie die Förderung annehmen. Wann Sie zugesagte Mittel möglicherweise besser ablehnen, erfahren Sie in diesem Teil.

Wenn sich beide Seiten geeinigt haben, können Sie Ihr Vorhaben endlich umsetzen. Um Ihnen das Leben in der Umsetzungsphase zu erleichtern, habe ich zahlreiche Tipps zusammengestellt.

Teil 5:     Einer für alle,alle für einen: organisatorische Voraussetzungen für die erfolgreiche Fördermittelakquise

Ein mittel- und langfristiger Erfolg in der Fördermittelakquise ist nur dann möglich, wenn Sie die erforderlichen Strukturen schaffen. Lesen Sie hier, welche personellen und finanziellen Investitionen notwendig sind und welchen „Return on Investment“ Sie realistischerweise erwarten können. Wenn Sie das berücksichtigen, kann die gezielte Gewinnung von Zuschüssen einen kontinuierlichen Beitrag zur strategischen Finanzierung ihrer Organisation leisten.

Teil 6:     Werkzeuge für die tägliche Praxis

Hier finden Sie kurz und prägnant zusammengefasst die grundlegenden Informationen über Fördermittel und die besten Tipps und Ideen, wie Sie diese in fünf systematischen Schritten für Ihre gemeinnützige Organisation erschließen können. Damit haben Sie in wenigen Minuten das notwendige Fachwissen wieder präsent.

Teil 7:     Literatur, Internetlinks und Adressen

Sie möchten bestimmte Themen vertiefen oder suchen eine Übersicht über alle empfohlenen Internetseiten und Adressen? Dann werden Sie hier fündig.

In diesem Buch verwendete Icons

MegafonDas Megafon markiert die wichtigsten Merksätze für die Fördermittelakquise, die jeder, der erfolgreich in diesem Feld sein will, verinnerlichen sollte.

 

PfeilDie Zielscheibe finden Sie neben den Checklisten. Für jede Phase der Antragstellung gehen sie damit sicher, nichts Wichtiges zu übersehen.

 

PuzzleAn dieser Stelle finden Sie die Praxisaufgaben, mit denen Sie unsere Tipps und Tricks direkt auf ihre eigenen Fördermittelprojekte übertragen können.

 

GlühbirneNeben der Glühbirne finden Sie Beispiele aus erfolgreichen Projektanträgen. Gerne können Sie Formulierungen für ihren Antrag übernehmen.

 

Zusätzlicher Service auf www.foerdermittelfuehrer.de

Nichts ist vergänglicher als Internetadressen. Aus diesem Grund finden sie den Großteil der Links nicht in diesem Handbuch, sondern aktuell gepflegt in einem frei zugänglichen Bereich auf den Internetseiten des Handbuchs unter www.links.foerdermittelfuehrer.de

Checklisten sind am hilfreichsten, wenn man Sie direkt bearbeiten und verändern kann. Aus diesem Grund finden Sie alle Checklisten des Handbuchs im Word-Format zum Download unter www.checklisten.foerder-lotse.de.

Jeden Tag werden neue Förderprogramme und Ausschreibungen veröffentlicht. Daher wird dieses Handbuch gezielt durch unsere Internetseiten ergänzt. Unter www.foerder-lotse.de finden Sie jede Menge hilfreiche Informationen:

·            Im Menübereich Förder-News veröffentlichen wir regelmäßig neue Förderausschreibungen und Sie haben die Möglichkeit, unseren Newsletter zu abonnieren

·            Im Menübereich Praxisseminare informieren wir Sie über unser aktuelles Weiterbildungsangebot

Besonderer Dank

Ich möchte mich bei meinen Mitstreitern für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Handbuchs bedanken, insbesondere bei meinem Lektor Andreas Huschen. Darüber hinaus ein herzliches Dankeschön an unsere Auftraggeber und Seminarteilnehmer, die mich zu diesem Fördermittelhandbuch angeregt haben und denen ich verschiedene Hinweise auf mir noch nicht bekannte Fördermöglichkeiten verdanke.


Feedback und Anregungen erwünscht

Besonders freue ich mich über Hinweise, Vorschläge und Feedback meiner Leser. Bitte senden Sie Anregungen und Kritik an meine E-Mail-Adresse JLIB_HTML_CLOAKING .

Frauen und Männer

Um eine bessere Lesbarkeit zu erzielen, habe ich bei Personenbezeichnungen nur die männliche Form verwendet. Es sind aber natürlich immer Männer und Frauen gemeint.

Viel Erfolg!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Erschließung von neuen Finanzierungsmöglichkeiten für Ihre Projekte und Aktivitäten.

Neuendettelsau August 2011

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Der Autor

Torsten Schmotz, Diplom-Kaufmann (Univ.), verfügt über mehr als elf Jahre Erfahrung in den Bereichen Finanzierung, Fördermittelakquise und Fundraising. Als Trainer gibt er sein umfangreiches Praxiswissen regelmäßig in Seminaren, Workshops und als Hochschuldozent weiter.

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